Das Rheinland ist ein Erdbebengebiet!

Eine Herausforderung für jeden Baustatiker.

 

2014 02 05 Erdbebenzonen Deutschland

2014 02 05 Erdbebenzonen Deutschland

„Doch nicht bei uns!“ denken die meisten Bewohner Deutschlands. Für den größten Teil der Regionen in Deutschland ist das auch so. Doch das gilt nicht überall.

Das Rheinland, besonders die Landschaft von Düren, Jülich und nach Aachen war in der Vergangenheit besonders betroffen. Sie gehört zu der Rheinischen Erdbebenzone, die von Basel bis in die südlichen Niederlande reicht. Und das ist die am stärksten von Erdbeben gefährdetet Zone in Mitteleuropa.

 

 

Grafik Quelle: Darstellung auf der Grundlage von Daten und mit Erlaubnis des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Und nach Meinung der Fachleute können in dieser Region auch weiter Erdbeben in beachtlicher Stärke auftreten. Viele erinnern sich sicher noch an den April 1992 als ein Beben in  Roermond die Erde im Rheinland wackeln ließ. Es war bis London und München spürbar. Als Schadenssumme wurden 75 Millionen Euro ermittelt.

Sorge bereitet den Erdbebenexperten, dass im Rheinland die Gefahr unterschätzt wird und bei Neubauten der Schutz gegen die Gefahren keine Pflicht ist.  Am Niederrhein kommt in der Landschaft noch ein weiterer Faktor hinzu. In dieser Region wird der weiche Schwemmlandboden besonders stark in Bewegung gesetzt.

Bei einem Bauwerk sind Gefahren die durch außergewöhnliche Einwirkungen wie Erdbeben, Feuer oder Anprall von Fahrzeugen einwirkenden Lasten zu berücksichtigen. Unterschieden wird hier wie häufig die Lasten auftreten und ob es sich um ständige (etwa das Eigengewicht der Konstruktion), veränderliche Lasten (etwa Schnee, Wind, Wasserstände, Temperatur, Verkehr usw.) und eben die außergewöhnlichen handelt.

Ziel für den Baustatiker ist es, die ungünstigsten Konstellationen aus diesen Lasten zu ermitteln und hinsichtlich der Beanspruchung der Baumaterialien und deren Verformungsgrenzen zu ermitteln.

In einigen Bundesländern sind die Anforderungen für Erbeben gefährdete Hochbauten nach DIN 4149 festgelegt und verbindlich einzuhalten. In welcher Bauweise und mit welchem Material ein Gebäude errichtet werden muss, ist auf der Grundlage der Bemessungskriterien zu berechnen.

2014 02 05 Erbebenzoneneinteilung

2014 02 05 Erbebenzoneneinteilung

Grafik Quelle: wikipedia de

Für den Baustatiker heißt das, auf der Grundlage der Bemessungskriterien wird berechnet, in welcher Bauweise und mit welchem Material ein Gebäude errichtet werden muss. Bemessungskriterien sind:

  • -die Erdbebengefährdung, gemeint ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens und der Stärke von Erdbeben. Sie ist für jedes Baugebiet unterschiedlich und wird nach statistischer Auswertung ermittelt.
  • -die Reaktion des Bauwerks, bezieht sich auf die vom Erdbeben, meist horizontal in verschiedene Richtungen wirkende Kräfte und auf das Material  des Bauwerks.
  • -die Beschaffenheit des Baugrunds, hier hängt die Reaktion vom unmittelbaren und vom tieferen Untergrund ab. Die Beschaffenheit muss für jedes Bauwerk durch ein Baugrundgutachten nachgewiesen werden.
  • – und die Bedeutung des Bauwerks, nach DIN 4149 wird nach vier Bedeutungskategorien unterschieden. Beispiel für die Einteilung der jeweiligen Bauwerke: Kategorie I beinhaltet etwa landwirtschaftliche Gebäude wie Scheunen die von geringerer Bedeutung sind. In der Kategorie IV sind Einrichtungen von allgemeiner Bedeutung wie Krankenhäuser, Feuerwachen oder Katastrophenschutz enthalten.

Für den Bauingenieur ist die Baustatik in als Erdbebengebiet ausgewiesene Flächen also eine besondere Herausforderung was die Konstruktion des Tragwerks, die Bemessung von Bauteilen, die Ermittlung der notwendigen Dimensionen, die Abmessungen, der Querschnitte,  der Bewehrung usw. festzulegen.

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